Beschreibung
Wissenswertes über die Wildbirne
Die Wildbirne ist eine heute selten gewordene Baumart. Ihr natürlicher Lebensraum erstreckt sich von Westeuropa bis in den Kaukasus und Westasien, womit das Ursprungszentrum der Birnenarten im Kaukasus und in Südwestasien liegt. Sie ist äußerst lichtbedürftig und besiedelt bevorzugt trockene, basenreiche, flachgründige Standorte an Waldrändern, in Hecken oder auf Freiflächen. Ihr Vorkommen sinkt jedoch stark – in mehreren Bundesländern steht sie auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
Wildbirnenbäume können eine Höhe von bis zu 20 Metern erreichen und ein Alter von bis zu 200 Jahren erreichen. Sie wachsen meist einzeln auf extremen Standorten, auf denen sie mit anderen Baumarten wenig Konkurrenz haben. Die Früchte der Wildbirne sind deutlich kleiner als die der Kulturbirne, rundlich bis birnenförmig, reich an Gerbstoffen, Pektin und Fruchtsäuren – sie sind roh sehr herb und erst nach Überreifen, Dörren, Backen oder Frosteinwirkung genießbar. Besonderes Augenmerk verdient das Holz der Wildbirne, das ausgesprochen hart, fein und begehrt ist – vor allem im Möbelbau und für Intarsienarbeiten.
Bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit wurde die Wildbirne genutzt, wie Funde in Pfahlbauten am Alpenrand belegen, und sie hatte in der Antike sogar den Status einer von den Göttern geschenkten Frucht. Die Römer begannen zudem schon früh mit der Züchtung von Birnensorten.
Ökologisch ist die Wildbirne für Insekten mit ihren Blüten und für Wildtiere mit ihren Früchten von großer Bedeutung. In der Volksheilkunde schätzte man ihre Früchte bei Verdauungsbeschwerden und nutzte ihre desinfizierende sowie harntreibende Wirkung.
Angesichts der Seltenheit und ihres Beitrags zur Artenvielfalt gilt die Wildbirne als besonders schützenswert und bereichert unsere Kulturlandschaft sowohl kulturell als auch ökologisch.
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